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Tag 1.08 Typisch ...
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Tag 1.12 Bei Freiburger Hütte
Tag 1.12 Bei Freiburger Hütte
Tag 1.05 Schrofenpass
Tag 1.05 Schrofenpass

Route

  • Imberg
    bei Sonthofen
    881 m
  • Oberstdorf
    813 m
  • Stillachtal
  • Rappenalpental
  • Speicherhütte
    ca. 1.450 m
  • Schrofenpass
    1.687 m
  • Lechleiten
    1.539 m
  • Warth
    1.497 m
  • Lech
    1.444 m

    Zug
    1.511 m
  • Formarin-Alm
    1.874 m
  • Freiburger Hütte
    1.918 m
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Über die Allgäuer Alpen

KARTE PROFIL ETAPPENFOTOS
Imberg - Freiburger Hütte
70 km • + 1.668 hm • - 584 hm • 05:25:00 Nettozeit

Los ging’s morgens um 7:30 Uhr von Imberg (881 m) nach Obersdorf (813 m). Schon am Bahnhof sahen wir andere Alpencrosser und im Stillachtal gleich zwei weitere Gruppen. An der Speicherhütte (ca. 1.450 m) angekommen, fing es an zu tröpfeln und wir machten eine kurze Pause. Hier trafen wir zum ersten Mal Fabrice und Michael, zwei andere Alpencrosser aus Nürnberg. In der Felswand gegenüber sahen wir viele bunte Punkte; Wanderer oder etwa Biker? Ein letzter Blick auf der Karte und uns war klar, das ist der Aufstieg zum Schrofenpass (1.687 m). Da mit dem Rad durch? Na ja die Wand hatte bereits die anderen Gruppen verschluckt, die uns bergauf überholt hatten: Also los!

Nach einer Stunde Kraxelei, Biketragen und Schieben waren wir oben. Hier sollte man schon ein wenig schwindelfrei sein und MTB-Race Schuhe sind garantiert fehl am Platz; was aber auch für die folgenden Etappen gelten sollte. Beim anschließenden Downhill nach Lechleiten waren wir noch etwas gehemmt, da der 8 Kilo-Rucksack auf dem Rücken noch ungewohnt war. Dave schaffte es aber dennoch, sich einen Durchschlag einzufahren. Ausgerechnet jetzt ließ Daves altgediente Pumpe ihn im Stich! Dummerweise konnte er seinen geflickten Downhillschlauch (Marke extraschwer) aber auch nicht mit Gudruns Pumpe aufpumpen – sie hatte keinen Autoventil-Adapter. So musste er ihn gegen Gudruns leichten Schlauch mit Franz-Ventil austauschen. Dies stieß nicht unbedingt auf Gegenliebe: Gudruns-O-Ton zu Daves Schlauch in ihrer Satteltasche: „Der ist sauschwer, das ist alles rotierende Masse in meinem Rückbeutel“ (ähm, Rückbeutel = Satteltasche).

In Warth (1.497 m) wurde dann der erste Supermarkt geplündert, allerdings noch nach sportlicher Nahrung, was sich in den folgenden Tagen ändern sollte. Über Zug (1.511 m) ging’s dann hoch zum Formarinsee: Etwas störend war hier der ständige Busverkehr und die Senioren, Rentner und alten Säcke, die hier zu Fuß und mit dem Bike verdammt schnell (fast schon peinlich) unterwegs waren. Am Formarinsee machten wir dann eine kurze Pause und genossen das Panorama: Etappenziel Freiburger Hütte (1.918 m) in Sichtweite und eine malerische Landschaft direkt vor unseren Füssen.
Die Kühe beendeten diese dann aber durch ihr reges Interesse an Daves Stirnband (schleck...) und unseren Lenkern/Hörnchen.

An der Hütte angekommen, vergrößerten wir die Übermacht der Biker, welche hier deutlich in der Überzahl waren. Vor der Terrasse stand alles mit Rädern voll und auch der Keller schien bereits überzuquellen. Der DAV stellte jüngst auch fest, dass auf den einschlägigen Transalp-Routen mehr Hütten-Übernachtungen von Bikern als von Wanderern zu verzeichnen sind. Wir bezogen unser Quartier in einem kleinen Lager direkt unter dem Dach – mit vier Leuten auf ca. 5 m². Der Vierte im Zimmer war ein krasser Münchner, der mit dem Rad direkt vor der Haustür weg gestartet war und solo zum Lago Maggiore und dann weiter zum Gardasee biken wollte. Die Freiburger Hütte bekam den Studentenbonus (4€ Schlafen, 1,50€ Duschen, 7€ Spaghetti + Salat, 3,50€ Weizen).
Beim Essen trafen wir auch Fabrice und Michael wieder. Wir genossen gemeinsam die letzten Sonnenstrahlen und das einmalige Panorama. Dann gab es noch einen Akt wahrer Liebe: Kurz vor 20:00 Uhr erreichten zwei Biker die Hütte, wobei der eine doch tatsächlich seinen Kuschelhasen mitgeschleppt hatte. Das große Stofftier hing plakativ außen am Rucksack und war DER Hingucker der auf der Terrasse versammelten Bergsportler! Der andere trug ein Ultrabike-Marathon-Trikot, welches uns in den nächsten Tagen noch öfter begegnen sollte.

Nachts: Gerade im Bett und eingeschlafen ging es urplötzlich los: Nach mehrmaligen Hinh& ouml;ren konnte man vom ersten Gedanken, Angriff der Taliban absehen: Ein Mega-Gewitter! Laut prasselnd krachten die Regentropfen auf das Blechdach hinunter. Klugerweise befanden sich fast sämtliche Klamotten und Schuhe zum Trocknen draußen vor dem offenen Fenster. In einer halsbrecherischen Nacht- und Nebelaktion, über schlafende Menschen und Rucksäcke springend, meisterte Gudrun die Situation. Sie stürzte zum Fenster, rettete was ging und versuchte das Fenster zu schließen, was fast unmöglich war. Anschließend war auch der Rest der Truppe zufällig gerade jetzt erst wachgeworden. Nur kein Stress!

Letzte Änderung 09.12.2007 | Hits: 5.728 | nach oben